Montag, 30. Juni 2014

Slowenien - Berge und Mee(h)r

An einem Sonntag letzten Monats fragte ich mich, was wohl aus den beiden Jungs geworden ist, die ich in Straßburg auf ihrer Reise getroffen habe. Das erklärte Ziel war es in sieben Wochen auf zwei 50ccm nach Ungarn und von dort an die Adria zu fahren. Wie weit sind sie auf ihren Simsons gekommen und werden sie auf dem Rückweg in Villach vorbeischauen? 

Nach ein paar SMS kam die Überraschung. Sie hatten sich einen Transporter gemietet und haben sich bis Venedig durchgeschummelt. Von dort aus ging es an die slowenische Küste bei Ankaran, wo sie die Gegend erkundeten.

"Komm doch mal vorbei, ist doch nicht weit für dich ;P" - Das Argument hat gezogen. Eine kurze Beratung mit Philipp, der schon zuvor mit einem Kurztrip liebäugelte, war die Sache klar. Montagmorgen muss frisches Öl besorgt werden, Ventile eingestellt, Schrauben überprüft und alles gerichtet werden. Gesagt, getan. Jetzt noch die Sachen packen und schnell ist es schon 16 Uhr. Die Wettervorhersage ist gut, zumindest ist von Regen nicht viel zu hören. Also runter an die Küste!

Nach dem trägen Start in den Tag soll auch noch der Wurzenpass gesperrt sein. Das schauen wir uns doch mal genauer an. Diese kreisrunden und rot-weißen Schilder sind sicher nur als Zeichen österreichischen Nationalstolzes aufgestellt worden, weshalb wir fröhlich weiterfahren. Der Pass dient uns als Einstieg nach Slowenien und ist wegen Forstarbeiten tatsächlich nicht nur eingeschränkt befahrbar. Netterweise werden uns die quergespannten Kabel aus dem Weg geräumt und wir bahnen uns den Weg zur Grenze.





Im Anschluss folgt auf slowenischer Seite der Vršič-Pass mit seinen 51 Kehren und wunderbarem Panorama. Bei Trenta tauchen wir ein in das Tal entlang des türkisen Soča-Flusses und fahren gen Süden. Bei der Ortschaft Kanal überqueren wir den Fluss und halten leider nicht an, obwohl der Anblick dazu einlädt. Wir wollen noch im Hellen an der Adria ankommen, aber dazu soll es nicht mehr kommen. Es knackt an Philipps Maschine und wir halten an einer Tankstelle an. Vermutlich ist die Kette locker und muss nun doch gespannt werden. Die Kettenspannung ist tatsächlich mau, aber beim Testen wackelt der Motor ganz schön hin und her. Ja sollten da nicht zwei Bolzen an der unteren Motoraufhängung sitzen? - Die haben bei der Einzylinder Wackelei wohl den Dienst quittiert und sind einfach gegangen! Ich erinnere mich an unser Gespräch vom Vormittag über das zu häufige Waschen von Motorrädern und der damit einhergehende höhere Wartungsaufwand.. Ich bin guter Laune und muss grinsen. Das fällt natürlich sofort auf, ist aber keines Wegs durch Schadenfreude bedingt. Immerhin will ich ja an die Küste! Es ist eher wegen der Uhrzeit. Denn um 19 Uhr sollte man besser gute Laune haben, um einen passenden Ersatz aufzutreiben. Wie erwartet wird der Weg steinig und nach einigen geschlossenen Werkstätten und falschen Baumärkten sieht es nach einer ungewollten Übernachtung aus. Doch dann finden wir mit Hilfe der Einheimischen doch einen Baumarkt, der auch noch mit seinem Service glänzt. Weil die vorhandenen Schrauben zu kurz für eine Motoraufhängung sind, wird eine Gewindestange ab gelängt und die passenden Muttern eingetütet. In Nu sitzt das Triebwerk wieder fest am Rahmen und wir machen uns an die letzten 80km bis zur Küste. Mit der anbrechenden Nacht verändert sich auch das Landschaftsbild in dem sich die grenznähe zu Italien wiederspiegelt. In den Bergen nördlich von Triest ist es bereits dunkel und so  präsentiert sich die Stadt als eine glühende Ebene unter dem Horizont. Nach weiterer Fahrt erreichen wir letztlich den Campingplatz in Akaran und schieben unserer Moppeds unter der Schranke bis zum Zeltplatz von Artem und Julian. Wir lassen den Abend mit einem wohlverdienten Bier ausklingen und freuen uns auf den Anblick des Mittelmeeres bei Tage.
  
Soča
Reiseroute im Westen beginnend
Der nächste Tag beginnt gemütlich mit dem Frühstück und wir überlegen uns für insgesamt vier Tage in Slowenien zu bleiben. Das Zelt lassen stehen und fahren entspannt mit den Mo(p)peds nach Koper zu einer kleinen Erkundung der venezianisch geprägten Stadt. In einer der Gassen gönnt sich Artem einen Haarschnitt und eine Rasur während wir nebenan im Café sitzen und das Plundergebäck vom Bäcker um die Ecke verzehren. Nach dem Spaziergang durch die Stadt teilen wir uns dem Hubraum entsprechend auf und fahren weiter die Küste entlang Richtung Südwesten. Vorbei an alten Salzgewinnungsanlagen bis in die schöne Stadt Piran. Dann überqueren wir die Grenze zu Kroatien und versuchen Richtung Umag wieder an die Küste zu kommen. Die Straßenführung ist leider zu weit im Inland, um etwas vom Meer zu sehen. Deshalb beschließen wir eine Pause an einem Campingstrand zu machen und biegen ab. Wie sich herausstellt, wird die Anlage nicht mehr betrieben und man steht förmlich auf einer Wiese am Meer. Über Treppenstufen im steinigen Ufer gelangt man zum Wasser. Wir gehen schwimmen und genießen die Sonne. Heute geht es nicht weiter nach Süden. Gegen Nachmittag machen wir uns wieder auf den Weg nach Ankaran, wo uns ein leckeres Abendessen vom Campingkocher erwartet. Der Plan für die letzten beiden Tage ist skizziert und ab geht es in den Schlafsack. Auf der anderen Seite der Bucht tobt die Party, die nah klingt und doch zu weit weg für uns ist.



Der nächste Tag bricht an und wir packen zusammen. In Koper trennen sich unsere Wege, denn Artem und Julian fahren nach Kroatien weiter. Unser erstes Tagesziel sind die Höhlen von Škocjanske jame. Sie gehören zum UNESCO Kultur- und Naturerbes der Welt und sind ein unvorstellbarer Anblick. Einen schönen Eindruck davon bekommt man im virtuellen 360° Rundgang in der großen Höhle. Wir schauen uns das Kombipaket mit der kleinen Höhle zu Beginn und der Classic Tour zum Abschluss an. Ursprünglich waren beide Abschnitte eine große Höhle, doch durch den Kollapse der Höhlendecke wurden daraus zwei separate Teile. Das Dorf Škocjan liegt genau darüber.

Eingang rauschende Höhle von Škocjan
Mitte rauschende Höhle von Škocjan


Wir fahren weiter in die Hauptstadt Ljubljana und kehren im Zeppelin Hostel ein. Die Motorräder können wir im Hausflur parken und uns in einem Mehrbettzimmer. In fünf Gehminuten sind wir mitten in der schönen Altstadt, wo wir uns etwas zum Abendessen suchen. Anschließend erkunden wir noch die Burg von Ljubljana bei Nacht. Am nächsten Morgen schauen wir uns alles nochmal bei Tageslicht an und besuchen das Innere der Burg. Die Mischung aus altem Bauwerk und modernen Elementen ist sehr gelungen und wir erhalten einen Rundumblick über die gesamte Stadt. gegen Mittag brechen wir auf und machen den letzten Stopp in Slowenien in Bled. Auch dort besuchen wir die Burg auf der Anhöhe über dem See und genießen die Aussicht. Über den Loiblpass geht es wieder nach Österreich.
Aussicht von der Burg bei Bled



Hauptplatz in Ljubljana

Montag, 26. Mai 2014

Lebenszeichen


Lang ist es her, nichts wurde hier geschrieben und zu hören war wohl höchstens der angenehme Klang des Eintopfs in der Ferne... Warum? Was ist denn so passiert im letzten Jahr?

Im letzten Frühjahr habe meinen Standort nach Villach verlegt, die Gegend erkundet und im letzten Sommer eine Reise über die Alpen von Ost nach West und retour gemacht. In diesem Jahr habe ich es endlich wieder zum Tesch-Travel-Treffen nach Belgien geschafft und konnte dort, sowie unterwegs, viele Freunde wiedertreffen und kennenlernen. Das führte in der letzten Woche zu einem sensationellen Kurztrip nach Slowenien. Zu allem später mehr. :)
Wer mich mal gerne in Villach besuchen möchte, ist herzlich eingeladen!

Reiseaktivität der letzten 2 Jahre


Donnerstag, 10. April 2014

Winterimpressionen


Kalt, ungemütlich und dann bleibt man auch noch im Schnee stecken. Im Winter sollte man sich lieber die Bretter umschnallen und das Leben auf der Piste genießen. Aber wenn es nicht ohne Mopped auszuhalten ist, probiert man es halt trotzdem.

Zum Glück war die Villacher Alpenstraße immer geräumt und mautfrei zu befahren. Einzig auf den ausgebrachten Splitt in den Kurven gilt es zu achten. Oben angekommen wird es jedoch schnell frisch und man träumt von Heizgriffen für die Abfahrt.

Bei der Probefahrt mit einer BMW F800GSauf den Berg war ich überrascht, wie wenig man von den zusätzlichen 50kg der Maschine merkt. beim Aufheben siehts da sicher wieder anders aus. ;)
 
Rundumsicht vom oberen Parkplatz des Dobratsch

Da hat er Spaß, der fliegende Sachse ;)

Freitag, 13. September 2013

Spielen im Dreck - Teil 2

Mitte September bot sich endlich die Gelegenheit den Gutschein für ein Endurotraining einzulösen. So ging es wieder nach Bilstain, doch diesmal mit einer Leih-Maschine und zu einem ordentlichen Grundkurs. Angeboten wird dieser von Stefan über seine Website: Stefans Endurotraining

Es ist doch erstaunlich welche kleinen Fehler man doch heimlich mit sich rumträgt und noch ausbügeln kann. In den zwei Tagen kann man vieles lernen und auffrischen. Als wir am Sonntag mit allen Übungen durch waren, haben wir noch möglichst viele Routen auf dem Gelände erkundet. Und mit voranschreitender Zeit wird schnell deutlich, wie anstrengend das ist.

Die wichtigste Lektion lautet: Üben, üben und nochmals üben. Um es im Gelände zumindest vom Gewicht her leichter zu haben, werde ich meinen zweiten Stoppelhopser wieder fit machen.

In den Pausen gab es immer eine gute Unterhaltung durch den Supermoto Kurs auf der anderen Strecke und abends nette Gespräche mit dem "Yamaha Fanclub". Vielen Dank für die Fahrt mit der TT350. :)

Das Fahrerlager

Die Sumo-Strecke nebenan

und hier gehts mit Vollgas auf die Gerade :)

Sonntag, 25. August 2013

Alpentour 2013

Im August 2013 ging es entlang der Alpen Richtung Frankreich. Der Startschuss fiel am 3. August, der sich im nachhinein als wärmster Tag des Jahres herausstellte. Wie warm sich das anfühlt konnte ich schon bei der Fahrt aus Villach erleben. Wegen dem Ausfall einer Ampel habe ich sicher 20-25 Minuten im Verkehr gekocht, bis es dann endlich in nach Italien ging. Bilanz beim ersten Erfrischungsstopp: 42°C !!! Das nenne ich mal kritisches Fieber.

Ich lasse hier mal die Bilder sprechen, denn der Text muss im Laufe der Zeit noch folgen. ;)


Größere Kartenansicht 

Reihenfolge der befahrenen Länder: Österreich - Italien -Österreich - Deutschland - Österreich - Lichtenstein - Schweiz -Frankreich - Schweiz - Österreich - Deutschland - Österreich

Timmelsjoch auf 2509m

Kaum über die Grenze nach Italien gerollt steht auf der Gegenseite schon die Carabinieri und versuchen noch die letzten Flüchtling in Richtung Österreich mit dem Laser zu erwischen. Oh das fängt ja gut an. Also schön brav weiter fahren und alle entgegenkommenden auf die Kontrolle aufmerksam machen. Jedes Mal bekomme ich den gleichen Rat zurück. Das kann ja was werden. 20km halte ich Ausschau und dann sehe ich Sie endlich am Passo Rombo auf dem Weg zum Timmelsjoch. Gleich 20 Mann stehen da am Straßenrand auf einem kleinen Parkplatz und schauen auf den Verkehr. Uff.

Besser wird es da auf dem Timmelsjoch, im Tunnel gibt es endlich mal eine Abkühlung. Aber trotz der 2500m ü NN  ist es draußen nicht wirklich kühl. Weiter geht es zu meinem Tagesziel, einem Campingplatz bei Imst. Nach 370km rolle ich ein, beziehe meinen Platz und schon fängt es an zu Gewittern. Hoffentlich geht das nicht so weiter. Für die Schweiz ist auch schon dicke Luft angesagt.

Bei einem Bier lerne ich die anderen jungen Camper kennen und wir gehen zusammen in die Pizzeria einen Block etfernt. Als wir gut gesättigt und unterhalten zum Campingplatz zurückkehren, zeigt die Temperaturanzeige der Apotheke noch immer 36°C an. Trotz Abkühlung durch das Gewitter.

Passo Rombo
Um das Unwetter in der Schweiz zu umgehen, treffe ich mich mit meiner Tante und meinem Onkel Auf einem Campingplatz am Bodensee. Auf dem Weg Richtung Norden ist es stürmisch und ich kann manche Kurve ohne Schräglage nehmen, die meisten Geraden allerdings nicht. erfreulicherweise bleibe ich trocken und komme bei bestem Badewetter am See an.
Furkajoch - Eckwald



Oberhalb von Annecy

Aussicht auf dem Campingplatz bei Annecy


Col du Glandon



Col de la Croix de Fer




Route des Cols

In den Hautes Aples





Gleitschirmflieger überm Chabre

Montagne de Chabre



Herrliche Terrasse am Landeplatz unter Kiwis




Segelflieger für Verliebte, man sitzt ausnahmsweise nebeneinander

rechts hinten: Pic de Bure






Fallschirmspringer am Aérodrome de Gap - Tallard

Aérodrome de Gap -Tallard

Saint Vincent les Forts



Verkehrsberuhigung nach französischer Art, sie mögen es wohl rutschig

Radsatzwechsel in München